Schatzkammer der Seele

November 22, 2017

Schon als Kind habe ich "Schätze" gehortet. Das konnte ein glitzernder Stein aus dem Sandkasten, eine Muschel vom Strand oder ein kitschiger Blechring aus dem Überraschungsei sein. Auf jeden Fall Dinge, die mir wertvoll schienen und mir ans Herz gewachsen waren. Wenn wir erwachsen sind rufen "Schätze" ein Gefühl von Sicherheit hervor, besonders dann, wenn sie neben dem ideelen noch einen materiellen Wert besitzen.

 

Die Schatzkammern mancher Menschen sind so prall gefüllt mit materiellen Dingen, dass sie unbemerkt zum Sklaven Ihrer Besitztümer geworden sind. Materielle Güter sind etwas irdisch Wertvolles, aber in der Unendlichkeit der Seele nur eine dichte Ballung einiger Elektronen, die den Kriterien von Raum und Zeit entsprechen. Das mögen zwar die Schätze unseres physischen Körpers sein,  was aber ist mit unserer Seele? Was für Schätze hortet denn unsere Seele?

 

Die Schatzkammer der Seele ist ein lichter Raum, der weder Raum noch Zeit unterliegt. Das heißt, die Schatzkammer der Seele bleibt auch nach unserem Tod bestehen. Alle Werte, die sie darin im Laufe Ihres Lebens untergebracht haben, stehen Ihnen ewiglich, unvergänglich zur Verfügung. Wenn Sie das Leben verstanden haben, dann werden Sie fröhlich Ausschau halten, nach Schätzen, die Ihnen erhalten bleiben und die Sie mitnehmen dürfen. Wohin auch immer. Doch was sind die Schätze der Seele?

 

Gefühle. Es sind schlichtweg: Gefühle. Gefühle sind lebendige Wesenheiten, die durch uns zwar erschaffen aber niemals mehr vernichtet werden können. Welche eigenen Gefühle wir erschaffen, liegt an uns. Welche fremden Gefühle wir anziehen und übernehmen, liegt ebenfalls an uns - bedingt durch unsere Grundstimmung. Denn Gleiches zieht Gleiches an....

 

Als menschliches Wesen unterliege ich natürlich auch den menschlichen Bedürfnissen von  Suchen, Finden und Sammeln (ich jage nämlich nicht ;o). Ich richte meinen Fokus auf meine Gefühle, wie Dankbarkeit, Liebe, Glück & Freude. Mein Alltag unterliegt einer pausenlosen Überprüfung, wo ich diese Gefühle empfinden, geniesen und in meiner Schatzkammer der Seele einlagern kann. Mein Fuss tut weh? Kein Problem! Ich bin dankbar, dass ich mal wieder einen Grund habe, nett zu mir zu sein und mich um mich zu kümmern, was ich sonst im Trubel des Alltags gerne hinten anstelle.... Mein Sohn kommt zu mir und beklagt seinen leidvollen Kummer. Wie glücklich ich bin, dass ich ihm Halt geben kann, damit er seinen Lebensweg selbstbestimmt meistern kann, um ebenfalls Schätze für seine Seelenkammer zu generieren.

 

Jede Situation - so schlecht sie auch sein mag - hat ihre guten Seiten. Es ist spannend, seinen Blick zu erheben, von oben schweifend das Gute daran zu entdecken. Je trostloser eine Situation sich anfühlen mag, umso wertvoller und intensiver sind die positiven Gefühle, die sich daraus gewinnen lassen. Und sobald sie sich aus der Situation gelöst haben, um das Gute daran zu suchen, verlassen sie die schreckliche Höhle des Löwen, die nur daran interessiert war, dass sie den Groll mit Angst, Schrecken und Trauer gefüttert haben.

 

Verlassen Sie die Höhle des Löwen, steigen Sie auf, blicken Sie von oben auf Ihre Probleme, erkennen Sie das Gute daran, geniessen Sie das Gefühl von Liebe und Dankbarkeit und horten Sie soviel wie möglich davon in der Schatzkammer Ihrer Seele. Und wenn alles um Sie herum vergeht - Ihre Schatzkammer bleibt Ihnen erhalten, Ihr Leben lang und noch weit darüber hinaus.

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