Triebfeder

November 12, 2017

Manche Wörter sind ja ganz schön lustig und haben es faustdick hinter den Ohren. Was ist denn Ihre Triebfeder? Was ist Ihre Motivation, die Sie im Leben antreibt und stetig vorwärts bringt? Ich stelle mir gerade eine flauschige Feder vor, die mich sanft den Weg meines ureigenen Triebes entlangkitzelt. So, dass ich es nicht merke und dennoch einen unweigerlichen Drang habe, vorwärts zu schreiten, weil es "mich eben kitzelt". Wer auch immer diese Wortschöpfung kreiert hat: Respekt!

 

Nun zurück zu unserer Lebensmotivation, unserem Trieb, der uns leben, überleben und durchhalten läßt. Ich könnte Ihnen jetzt eine ellenlange Liste positiver Gefühle als Triebfedern vorlegen, die alle letztendlich in einem Topf landen: GLÜCK. Jeder will einfach nur glücklich sein, von diesem wunderschönen Gefühl durchflutet, dass alles rundum stimmig, perfekt und harmonisch ist. Wer so denkt, hat schon verloren. Wer so denkt, hat gerade genau das Rezept zum Unglücklichsein beschrieben. Und wer so denkt, der läßt sich von seiner Triebfeder nicht kitzeln und kraulen, nein, er läßt sich kratzen und pieken. Wie unangenehm!

 

Wie also definiere ich Glück? Glück ist definitiv nicht die angepaßte Umgebung an uns - es ist unsere Anpassungsfähigkeit an das Leben. Wenn ich eine Erwartungshaltung an das Leben habe, werde ich enttäuscht, denn es kommt meist anders, als erhofft - es kommt zu unserem Besten! Denn Entwicklung findet nicht im wohligen Schlummerland statt, es findet oftmals da statt, wo es weh tut - richtig weh tut! Das sind unsere persönlichen Wachstumsbeschleuniger! Und da das Leben immer das Beste und Entwicklung für uns will, agiert es ganz schön eigenmächtig und fordert von uns nur eins: Flexibilität. Bin ich starr und erwarte Glück, dann kann ich ewig darauf warten, denn nichts ist mehr im Fluss. Bin ich flexibel und konzentriere mich auf meine Anpassungsstrategien an Geschehenes, ja was kann mir denn dann noch passieren? Während ich so flexibel im Fluss des Lebens dahingleite, muss ich höchstens aufpassen, dass ich mir nicht den Kopf am Flussufer schramme...

 

Zur Veranschaulichung:

Person A braucht für sein heutiges Glück einen Tag voller Sonnenschein, weil er nicht naß werden will. Es regnet. Person A ist unglücklich und seine kummervollen Tränen fliesen in die Pfützen zu seinen Füßen, die ihn dann auch noch von unten her naßspritzen. Hinzu kommt ein allgemeiner Weltschmerz: "Alles hat sich gegen mich verschworen" und das Glück packt panisch seine Koffer und flüchtet zu Person B.

 

Person B würde sich über Sonnenschein ebenso freuen, um nicht nass zu werden. Es regnet aber. Person B freut sich diebisch, weil er einen neuen Regenschirm gekauft hat, den er jetzt endlich ausprobieren kann. Außerdem ist die Luft so reingewaschen und klar, dass er seinen Spaziergang sogar noch ausdehnt. Das Glück ist erleichtert, weil es eine Bleibe gefunden hat und zieht sofort ein.

 

Nichts ist starr - alles verändert sich. A L L E S ! ! ! Das ist der Fluss des Lebens. Fließen Sie mit und schwemmen Sie Blockaden weg, die den Fluss behindern. Anstelle sein Glück zu planen, entwerfen Sie lieber Strategien, wie sie mit dem Fluss mitschwimmen und Hindernisse überwinden können, ohne unterzugehen. Das ist Glück. Unbezahlbar und immerdar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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